Standort-Optimierung dank WLAN

Was tun, wenn im Urlaub nicht ganz auf Internet verzichten kann, das Ferienquartier aber nicht nach Internet-Anbindung bzw. optimaler Mobilfunk-Abdeckung ausgesucht hat und Starlink keine Alternative ist?

Meine Empfehlung: Digital-Detox

Falls nicht möglich, war die Lösung mit meinem Setup einfacher als gedacht.

Danke USB-C-Stromversorgung und Powerbank ist der Einsatz flexibel möglich. Die Außenantenne auf Stativ sorgt für eine ideale (oder bestmögliche) Verbindung.

Herausforderung an dieser Stelle: Der Antennenstandort ist nicht immer mit kurzen Kabellängen erreichbar. Zudem wäre auch die temporäre Kabeldurchführung ins Gebäude immer ein Thema.

Warum also nicht Router mit Powerbank (ohne direkten Bodenkontakt im Gehäuse) in einer geschützten Box direkt am Antennen-Stativ positionieren und die Strecke ins Haus via WLAN realisieren?

Die benötigten Ergänzungen waren schnell gefunden. Die Wetterschutz-Box von Brennstuhl bietet ausreichend Platz (inkl. Hartgummi-Klötzchen als Boden-Abstandshaltern unter dem Router) und sichere Durchführungen für WLAN-Antennen und die 4 Kabel der Mobilfunk-Antenne. Zwei aufgeklebte Metallstreifen für die WLAN-Antennen bieten diesen sicheren Halt.

Wird als „Gegenstelle“ ein WLAN-Repeater (z.B. FRITZ!Repeater 1200 AX) platziert, der dann die Innenverteilung übernimmt, kann zudem massiv die Laufzeit verlängert werden. Die Reduzierung der WLAN-Verbindungen auf dem RUTX50 auf „die eine“ zum Repeater (der dann die Verbindungen der Endgeräte abwickelt) führte zu einer Verlängerung der Laufzeit mit 20.000er Powerbank um 25% auf fast 12h.

Für mehr Stabilität der Antenne (auch bei schlechtem Wetter) kann eine gefüllte Wasserflasche in das Stativ gehängt werden.

Details im Test-Betrieb:

  • Antenne und Wetterbox ca. 15-20m vom Haus entfernt (dadurch ca. 30Mbit/s im Down- & Upload anstelle 12Mbit/s & 7 Mbit/s im Down- & -Upload direkt am Smartphone auf der Terrasse mit schwierigen Latenzen)
  • Repeater direkt an Terrassentür im Gebäude („Funkstrecke“ ca. 15m)
  • ca. alle 10-12h 20.000er Powerbank gewechselt (bei mittelmäßiger Internet-Nutzung wie Smartphone-Backup, ca. eine Videokonferenz pro Tag und etwas Streaming)
  • Kein Feuchtigkeitseintritt in Wetterbox
  • Zwei Gewitter mit starken Böen und Starkregen überstanden

Strom via USB-C für den RUTX50

Wäre es nicht praktisch, den RUTX50 an einer USB-C Powerbank zu betreiben? Und ihn so überall mobil einsetzen zu können?

Generell gibt es zwei Möglichkeiten:

  • USB-C auf PoE-passive Adapter
  • USB-C auf „irgendeinen kompatiblen“ Anschluss für den Teltronik Stromanschluss

Im Teltonika-Forum waren in dieser Richtung wenig hilfreiche Infos zu finden, Google und Reddit schlugen ständig den Weg über PoE vor. Ein gangbarer Weg – aber der Adapter hierfür wirkte komplex und unhandlich.

Durch Zufall bin ich dann auf den Reiseblog „Weites Leben“ von Gene gestoßen. Gene hatte hier genau die von mir gesuchte Lösung skizziert. Aber ließe sich sein Weg nicht vielleicht auch werkzeuglos umsetzen?

Die Lösung war dann ganz einfach:

Test mit einer 20.000er Powerbank im Home-Office-Szenario inkl. Videokonferenzen (Notebook und Smartphone via WLAN im Nahbereich, Router im LTE bzw. 5G-Netz) lieferten eine solide Laufzeit von 5-9 Stunden.

Das Routersofa :-) und andere Router-Halterungen

Wäre es nicht hilfreich, bei beengten Platzverhältnissen oder im „mobilen Tisch-Einsatz“ den Router platzsparend aufstellen zu können?

Genau hierfür sind Freunde gut. Aus einer verrückten Idee wurde ad-hoc ein CAD-Modell entworfen und der 3D-Drucker lieferte den Prototypen. Dieser hat mich gleich so überzeugt, dass dieser seitdem im Einsatz ist.

Auch hier gilt wieder wieder – nicht unbedingt die optimale Antennenausrichtung, aber durch die vertikale Ausrichtung gefühlt mehr Platz und besser als ohne Routersofa.

Die leicht erhöhte Position ermöglich auch die Nutzung der LAN-Ports und den knickfreien Stromanschluss.

Das innovative Steck-Design ist praktisch für den platzschonenden Transport des Routersofas.

Die Vorlage gibt es über unsere „Projekt-Homepage“ unter routersofa.de

Wandhalterungen für den RUTX50:

Erst-Einrichtung RUTX50

Zur Einrichtung gibt es zahlreiche Tutorials – daher ist es an dieser Stelle nicht sinnvoll, darauf näher einzugehen.

Für weniger Kabelsalat während der Einrichtung habe ich mir zwei Stab-Antennen bei OMG bestellt. Durch die enge Anordnung der Anschlüsse auf der Rückseite ist jedoch keine „technisch sinnvolle“ Ausrichtung der Antennen möglich. Für Test-Zwecke kann dieser Aspekt jedoch vernachlässigt werden.

Eine (von mir ungetestete) Möglichkeit wäre auch ein selbst gedruckter Clip, der die Antenne auf dem Gehäuse fixiert und der als Vorlage auf makerworld erhältlich ist.

Ein paar Anmerkungen dennoch:

  • Am einfachsten gehen die ersten Schritte der Erst-Einrichtung, wenn man den Router am WAN-Port als Client in ein lokales Netz hängt
  • Nach Einrichtung von WLAN und Firmware-Updates kann man dann entspannt auf das Mobilfunknetz wechseln
  • Vor jedem Firmware-Update sollte man dringend ein Backup der Config abziehen und aufheben. Manche Bugs erkennt man erst einige Tage später

Eine Liste der verfügbaren Telekom APNs findet Ihr im Telekom-Hilft-Form. Einige APNs benötigen separate Freischaltungen durch die Hotline. Die beiden Standard-APNs (internet.telekom und internet.v6.telekom) sind jedoch in jedem Tarif nutzbar.

Nach Einrichtung des Wireguard-VPN funktioniert dann auch die Nutzung vom schnurlosen WLAN-Telefon (Yealink AX83H) an der heimischen Fritzbox.

„Die Sache“ mit der richtigen Mobilfunk-Antenne

Das Thema Antenne ist bei 5G weitaus komplexer als noch bei meinem alten Netgear AC 810 LTE-Router (vergl. „Mobiles Internet in der Bretagne„).

Auch wenn es den einen oder anderen 5G-Router mit 2×2 MIMO gibt, setzt Teltonika auf 4×4. Bedeutet aber auch, eine passende Antenne zu finden, die dann nicht nur 4 Anschlüsse sondern auch 4 Kabel hat. Kurzum, dass ganze Setup wird nicht nur etwas teurer sondern auch schwerer.

Klassisch habe ich mich erst gar nicht bei großen amerikanischen Versandhändlern umgesehen, sondern gleich einen Blick auf das Angebot von FTS Hennig geworfen.

Um die Technik annährend transportabel zu halten, ist es dann die FTS Complete 4×4 Mimo 5G Antenne geworden.

Es gibt im Teltonika-Forum einen sehr ausführlichen Thread zu 2×2 MIMO Antennen am RUTX50. Es ist technisch möglich, bringt jedoch unter Umständen Geschwindigkeitseinbußen mit sich.

Ein Teltonika-Community-Tekki schreibt dazu: „If you’re using 4G, connect to the first 2 ports from the left. If you’re using 5G, use the outside ports.“

Es gibt auch eine Grafik zu den relevanten Frequenzen der Eingänge.

Bei einer Mastmontage ist auch ein Betrieb mit zwei Antennen denkbar, sofern diese jeweils komplett die relevanten Frequenzbänder abdecken.

Größenvergleich: links 4×4 MIMO für LTE u. 5G, rechts Universalantenne für LTE

Teltonika RUTX50 und andere robuste 5G-Router

Während einer Recherche entdeckte ich Ende 2025, dass Teltonika nun in einigen ausgewählten Modellen auch eSIMs unterstützt. Bisher hatte mich dieses fehlende Feature stets von der Erneuerung meines Setups abgehalten.

Aber welches Modell könnte das richtige sein?

In Frage kamen letztlich 3 Modelle:

  • RUTM30 – klein und handlich mit geringem Stromverbrauch
  • RUTC50 – der WLAN Alles-Könner mit 4 Netzwerkanschlüssen
  • RUTX50 – 4 Netzwerkanschlüsse und USB (wobei ich bis heute für diesen keinen Use-Case dafür gefunden habe)

Alle drei Modelle haben ein nahezu identisches Feature-Set bei:

  • Mobilfunk (RUTX50 kann etwas schnelleres LTE)
  • WLAN und mind. 1x interner Netzwerkanschluss
  • Netzwerk-Basis-Funktionen v.a. im Bereich Wireguard und Einbindung ins SNMP-Monitoring

Nachdem bei mir der Fokus auf „WAN-Anschluss und mind. 2 interne LAN Anschlüsse“ sowie kurzfristiger Lieferbarkeit lag, wurde es dann der RUTX50.
Der RUTC50 hat zwar eine wesentlich stärkere WLAN-Ausstattung. Die damit verbundenen höheren Kosten fand ich für ein reines „Spielprojekt“ doch etwas übertrieben.

Wer sich näher für die Modelle interessiert, findet auf der Teltonika Homepage einen Vergleich der drei Modell-Varianten.

Darf es ein wenig mehr sein? Mobiler Internet-Zugang

Bereits vor langer Zeit hatte ich mich intensiv mit dem Thema „mobiles Internet“ beschäftigt. Im echt tollen Ferienhaus in der Bretagne gab hin und wieder so viel Ablenkung, dass man die Nachrichten doch zeitversetzt aus der Mediathek schauen wollte.

Entstanden ist daraus der Beitrag https://www.meister-biber.de/mobiles-internet-in-der-bretagne/. Er geht auf das Thema passender Mobilfunkvertrag in Frankreich ein und beschreibt ein wenig die ersten Jahre mit einem Netgear-LTE-Router und einer echt grandiosen Antenne „Made in Germany“.

Auch wenn die meisten Anbieter heute in Deutschland „Volumen unbegrenzt“ anbieten, so ist es dann im Roaming-Modus doch eingeschränkt (meist zw. 50 und 200 GB). Gerade bei längeren Urlauben schnell aufgebraucht und somit wird dann wieder ein franzöischer Vertrag notwendig.

Das bisherige Setup lief beim letzten Urlaub Ende 2025 noch wie gewohnt. Zuverlässig und stabil. Nur ein kleiner Repeater optimierte den WLAN-Empfang.

Die fehlende 5G-Unterstützung und das eingeschränkte Feature-Set für „Spielereien“ wie Wireguard-VPN führte letztlich zu einer Erneuerung des Setups.